Motorola ohrfeigt Custom ROM willige Kunden

Mittwoch 14th Juli 2010 · 14 Kommentare

in Android,Fehler im System

Seit Veröffentlichung des Motorola Milestones und dem, im Gegensatz zum Motorola Droid, geschützten Bootloader, sind die Rufe nach der Öffnung des Bootloaders laut und überall hör- bzw. lesbar.

Beinahe in jeder Meldung, in jedem Foreneintrag oder Facebook Meldung wird nach der Öffnung des Bootloaders gerufen. Nun hat Motorola öffentlich dazu Stellung genommen, in Form von Lori Fraleigh, Manager des Motorola Technikteams. Im Eintrag des Motodev Blogs wird sehr schnell klar dass Motorola keinerlei Interesse daran hat den Bootloader in nächster Zeit zu öffnen, vielmehr werde man alles daran setzen ihn so geschlossen wie möglich zu halten, auch in zukünftigen Geräten aus dem Hause Motorola.

Securing the software on our handsets, thereby preventing a non-Motorola ROM image from being loaded, has been our common practice for many years.  This practice is driven by a number of different business factors.

Motorola stelle Anwendungsentwicklern jegliche Hilfen zur Verfügung, die man sich wünschen könne, möchte man jedoch darüber hinaus sein Gerät anpassen und hierfür entwickeln, so solle man sich nach einem Entwicklergerät umsehen und dieses kaufen. Motorola rät also Allen, die mehr als das Standardsystem nutzen oder Anwendungen entwickeln wollen, vom Kauf eine Android betriebenen Gerätes aus dem Hause Motorola ab.

We understand there is a community of developers interested in going beyond Android application development and experimenting with Android system development and re-flashing phones.  For these developers, we highly recommend obtaining either a Google ADP1 developer phone or a Nexus One, both of which are intended for these purposes.

Abschliessend erwähnt Lori Fraleigh dass man in keiner Weise gegen Lizenzen wie die GPLv2 verstosse, indem man seine Geräte entsprechend schütze, alle Softwarekomponenten die Motorola auf seinen Geräten zur Verfügung stelle entsprächen voll und ganz der Opensource Politik.

The use of open source software, such as the Linux kernel or the Android platform, in a consumer device does notrequire the handset running such software to be open for re-flashing.  We comply with the licenses, including GPLv2, for each of the open source packages in our handsets.

Klare Worte in Richtung der Besitzer eines Motorola Android Gerätes, die auf eine Öffnung des Bootloaders hoffen, die Zielkundschaft stellt sich Motorola klar anders vor und wird wohl auch Recht behalten, die grosse Mehrheit wird von Custom ROMs oder dem Rooten ihrer Geräte ohnehin Abstand nehmen. Die technikversierten Benutzer sind zwar eine “laute” Gruppe im Netz, dürften in der Jahresbilanz unter dem Strich aber vernachlässigbar sein.

Teilt und eure Meinung mit! Wie steht ihr zu den Praktiken der Hersteller in Verbindung mit Android Geräten? Was haltet ihr von Motorolas Ansage?

Quelle: MOTODEV Blog

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Blogger, Hobbyfotograf, Early Adopter, Technikmessi, beruflich als IT-Security Consultant unterwegs, sowie seit vielen Jahren Linux Nutzer.

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{ 11 Kommentare }

Micha Juli 14, 2010 um 19:16

Ich kann Motorola aus der einen Sicht verstehen, aus einer anderen wiederum nicht. Verstehen dahingehend, dass sie Ihre Produkte vor eventuellen Ausfällen schützen wollen, wenn keine technikversierten Nutzer eine CustoROM installieren und dann ihr Telefon zerschießen.

Andererseits sollte auch Motorola klar sein, dass die Leute die eine CustomROM wollen bzw. Ihr Smartphone als Quasi-PC-Ersatz nutzen wollen, noch vernachlässigbar sind, aber auch in Zukunft zunehmen werden. Smartphones werden leistungsstärker mit jeder Generation und die Ansprüche ebenfalls und da sind CustomROMs eine gute Möglichkeit ein System auszureizen.

Für Motorola eine Chance, die, sofern man Apple keine Konkurrenz machen will, mein Verständnis hat, wenn auch nicht mein volles.

Der alte Sack Juli 14, 2010 um 19:22

Schade, diese klare Absage ist (deutlich) zu spät. Na, sch… drauf, habe ich halt insgesamt drei Motorola-Telefone gekauft: Ende der 90er mein erstes, letztes Jahr mein zweites und letztes. Wenn die ja mal zeitnahe mit den regulären Android-Updates herüberkämen, könnte man damit ja noch leben, aber so…

Bin dann mal gespannt, was der Markt so in zwei, drei Jahren an Telefonen mit halbwegs anständiger Tastatur (eine physisch vorhandene!) anbietet. Idealerweise offen.

Der alte Sack Juli 14, 2010 um 19:37

Nachtrag: na gut, ich bin auch selbst schuld. Ich ging davon aus, daß das Milestone lediglich die Europa-Variante sei, die GSM statt CDMA nutzt. Stimmt ja auch, war aber nur die halbe Wahrheit :-/

Nico Juli 14, 2010 um 20:06

Wie es aussieht begeht nach Samsung nun auch Motorola den Android-Selbstmord durch zu mangelnde Unterstützung der Kundenwünsche. Es sieht so aus, als bliebe auf Dauer doch nur HTC übrig.

Andreas Juli 14, 2010 um 21:41

Danke Motorola, dass war nun mein letztes Handy von Euch, ich wünschte ich hätte mir den Stein nie gekauft und solch eine Politik zu unterstützen.

floxx Juli 15, 2010 um 9:46

Ich werde die Geschäftspolitik solcher Unternehmen nie verstehen. Gerade die “laute” Zielgruppe agiert oft als Multiplikator, wenn neueste Geräte im Freundes- bzw. Kollegenkreis herumgezeigt werden. Schade. Das Droid X wäre mein nächstes Wunsch-Fon gewesen. So wird es dann doch ein HTC.

Ben Juli 15, 2010 um 10:32

Ja, das Milestone ist ein tolles Handy, aber zu 100% mein erstes und letztes von Motorola. Wie schafft der Moto-Mann es überhaupt einen so langen Blog-Eintrag zu verfassen und dabei genau Null Information über die Gründe rüberzubringen? Klar, das ist Absicht. Dass Geschäftsinteressen dahinter stehen, wurde schon mal irgendwo gesagt. Wahrscheinlich kann man die nur nicht öffentlich machen, weil das wieder geschäftschädigend wäre, wenn die Leute wüssten, warum das wirklich gemacht wird:

“Hey Leute, ihr dürft keine Custom-ROMs installieren, weil wir dann die Kontrolle darüber verlieren, wann ein Gerät als veraltet ZU GELTEN HAT! Von der Hardware her sind Geräte heute einfach so gut, dass man die viel zu lange nutzen könnte. Schaut euch das HTC Hero an. Ein Debakel. Das soll schon lange veraltet sein, aber die Community hält es einfach am Leben, indem sie in irrem Tempo die neusten Versionen portiert. Das ist so peinlich für uns, wo wir großen Firmen doch immer behaupten, das mache so viel Arbeit. Wir können das nicht so schnell. Na gut, wir wollen auch gar nicht. Weil ihr Käufer könnt ja eh nix dagegen machen…”

Bateman Juli 15, 2010 um 11:01

Jetzt mal ganz sachlich betrachtet, warum sollte ein Hersteller seine Geräte “freigeben”? Es gibt keinen Grund.

postnixx Juli 15, 2010 um 16:40

also , wenn ich so mitlese, wer alles sein Handy rooten möchte und teilweise noch nichtmal weiss, wie man ein USB Kabel anschliesst ; muss ich sagen Motorola hat RECHT !!!!

ich bin sehr zufrieden mit meinem Milestone und Android, und ich hoffe natuerlich das nicht nur 2.2. in der MAche sondern man sich auch auf 3.0 vorbereitet :-)

ich brauche kein Root , ich habe genug Rechner zum spielen , mein Telefon soll funktionieren !

sbob Juli 16, 2010 um 18:14

Und was nutzen die Motodevs?

Tobias Claren Juli 23, 2010 um 1:56

Macht eure Vermutungen über die hier vermuteten Geschäftsschädigenden Hintergründe wo es geht Publik. Aber so dass Motorola es merkt.
Wie wäre es mit einer sucks-Domain (irgendein heruntermachender Name mit Motorola im Titel)? Sofort möglich wäre eine miese Bewertung bei Google Maps. Wenn die eine Niederlassung in Deutschland haben. Kann man aber auch selbst da eintragen.
Das Gleiche geht in Telefonbüchern wie Klicktel.

AUch gut der Eintrag im Google-Sidewiki. Dafür muss man die Google Toolbar installieren. Dann hat man einen Knopf in der Toolbar. Man besucht die Seite oder mehrere Unterseiten der Motorola-Webseite, und kann auf den Knopf drücken und im aufgehenden Bereich einen Kommentar hinterlassen.

Die “Minderheit” hat das Potential laut zu schreien, und den “mir-doch-egal”-Käufern auch “Angst” zu machen.
Diese “Freaks” haben Einfluss auf die DAUs. Die DAUs vertrauen den “Freaks”.
Wenn man den DAUs klarmacht was ihnen fehlt, oder sie etwas kaufen dass eine eingeschränkte Zukunftssicherheit hat, dann lassen sie evtl. die Finger davon.

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