Eye-Fi Pro X2 – Es liegt Speicherplatz in der Luft

Daten von der SD-Karte direkt auf einen PC speichern, auf dem Smartphone ablegen oder direkt zu Onlinediensten hochladen und das beinahe mit jedem Gerät das SD-Karten unterstützt?  All das verspricht Eye-Fi, eine Firma die SD-Karten WLAN fähig macht.

Eye-Fi Pro X2
Eye-Fi Pro X2

Wie das Ganze tatsächlich funktioniert wollte ich mir natürlich einmal selbst anschauen und habe freundlicherweise eine Eye-Fi Pro X2 Karte für einen Test bekommen.

Was sind nun diese Eye-Fi Karten? Erstmal sind es handelsübliche SD-Karten, mit unterschiedlichen Speichergrössen, die getestete Pro X2 kommt mit 8GB Class 6 daher. Das Interessante ist, dass man eine WLAN-Funktionalität in den Karten verbaut. Somit kann sich die Karte in quasi jedes Drahtlosnetzwerk einbinden lassen und dann seine Daten, je nach vorheriger Konfiguration über diesen Weg zur Verfügung stellen.

Inbetriebnahme und Einrichtung:

Soviel zur Theorie, in der Praxis ist dafür ein bisschen Vorarbeit nötig. Zuerst will die Karte eingerichtet werden, das kann über einen beliebigen SD-Kartenleser geschehen, oder mittels des mitgelieferten SD auf USB Adapters. In der Software, die für Windows und MacOS zur Verfügung steht (Linux fehlt hier leider), registriert man die Karte und richtet diese ein.

Hierzu gehören die Einrichtung der Netzwerke, in denen man die Karte betreiben möchte, denn dies ist nur über die Software und Kartenleser möglich, eine Funktion um auf die Karte per IP zugreifen zu können, würde ich mir hier wünschen, oder diese über die Android, bzw. IOS App zu konfigurieren. Alternativ kann man, zumindest bei der Pro X2 einen vorhandenen Hotspot Account hinterlegen, auf diese Weise verbindet sich die Karte selbständig, sobald man in Reichweite eines geeigneten Hotspots ist. Interessant ist der Direct-Mode, der ein Ad-Hoc Netzwerk erstellt, auf das man über die App zugreifen und Daten zwischen Karte und Smartphone austauschen kann.

Nun kann man die Art und Weise des Datenaustausches konfigurieren und sich entscheiden welchen Weg die Dateien von der Eye-Fi Karte aus nehmen. Die Auswahl ist hier äusserst umfangreich, so kann man den direkten E-Mail Versand konfigurieren, Dateien auf den PC übertragen lassen, oder sie direkt zu beliebten Diensten hochladen (Flickr, Picasa, Youtube und viele mehr).

Eye-Fi Center
Eye-Fi Center

Man muss sich also vorher Gedanken machen wohin die Daten sollen, um diese Einstellung zu ändern muss die Karte nämlich wieder an den PC angeschlossen werden. Hat man allerdings die wichtigsten Netze, Direct-Mode und Freigabeoptionen eingerichtet, kann man die Karte in ein beliebiges Gerät, in meinem Fall eine Kamera, einlegen und loslegen.

Direct-Mode:

Ab hier ist es relativ unspektakulär, denn die Eye-Fi Karte tut genau das, was sie verspricht: sie funktioniert. Bilder und Videos wurden direkt über den konfigurierten Weg von der Karte aus übertragen und standen in akzeptabler Zeit (natürlich abhängig von Netzwerkgeschwindigkeit, oder Internetgeschwindigkeit des genutzten WLANs) auf dem Zielrechner, oder in den Onlinediensten zur Verfügung. Interessant beim Direct-Mode, gerade für Fotografen, die Karte schiebt Bilder direkt auf den PC, hier sind sie für eine erste Bildbetrachtung an einem Notebook, iPad usw. verfügbar, ohne jegliche Kabelschlacht.

Eye-Fi Direct Mode
Eye-Fi Direct Mode

Die Verbindung mit dem Smartphone ist zwar ganz nett, aber hier schiebt man von einer 8GB Karte in Richtung eines Gerätes, das im Regelfall über eine ähnliche Speichergrösse verfügt. Einzig die Option diese Daten dann direkt über das Mobilnetz des Smartphones zu versenden ist interessant, einen entsprechenden Tarif mit ordentlich Volumen vorausgesetzt.

Endless Memory:

Eine nette Funktion und ebenfalls für Fotografen interessant: der quasi endlose Speicher. Die Eye-Fi Karte überträgt die Daten permanent ans ausgewählte Ziel und kann so eingerichtet werden, dass sie die Daten von der Karte quasi von vorne wieder entfernt, wenn es nach hinten heraus eng wird. In diesem Fall dienen die 8GB eigentlich nur als Puffer und die Karte als Übertragungsbrücke zum Zielgerät. Einem Shooting ohne Kartenwechsel steht somit nichts im Wege, da die Pro X2 RAW Formate unterstützt, ist sie für Fotografen wie geschaffen.

Akkulaufzeitverkürzung:

Sowohl die Konfigurationssoftware, als auch die getestete App funktionieren reibungslos und machen Spass. Natürlich verbraucht das Gerät, in dem die Eye-Fi Karte eingelegt ist, mehr Akku als mit einer herkömmlichen SD-Karte, aber das sollte ja selbstverständlich sein. Genaue Messungen kann ich hierzu nicht anbieten, gefühlt ist aber aber gut ein Viertel weniger, was bei Geräten mit ohnehin kurzer Akkulaufzeit durchaus unangenehm werden kann. Ersatzakkus retten an dieser Stelle natürlich und man muss sich entscheiden ob die zusätzliche Funktionalität den erhöhten Akkuverbrauch rechtfertigt.

Fazit:

Alles in Allem bin ich mit der Eye-Fi Pro X2 sehr zufrieden gewesen, lediglich eine „Over-the-Air“ Konfiguration per Webbrowser oder App hätte ich mir gewünscht. Mit einer UVP von 99€ (ist die Eye-Fi Pro X2 sicherlich kein offensichtliches Schnäppchen, funktioniert allerdings so tadellos, dass man, gerade als Fotograf, darüber nachdenken kann, nimmt sie einem doch einiges an Arbeit und Einrichtung (Kabelverbindung zum Notebook usw.) ab. Wer auf RAW-Format Unterstützung, Geotagging und Hotspot Access verzichten kann, der darf ruhig mit der Eye-Fi Connect X2 mit 4GB duchstarten. Diese wird mit einem UVP von 59,99 € angeboten und die 4GB sollten dank der unterstützten Endless Memory Funktion ohnehin nicht ausgehen.

Mehr Informationen, zu den unterschiedlichen Funktionen der Karten und zu Eye-Fi generell, gibt es auf der offiziellen Webseite von Eye-Fi.

Amazon hat die Karten ebenfalls im Sortiment und ist immer einen Blick wert:

6 Gedanken zu „Eye-Fi Pro X2 – Es liegt Speicherplatz in der Luft

  • Samstag 20th August 2011 um 8:49
    Permalink

    Funktioniert denn das Geo-Tagging ordentlich? Scheint ja über WLAN zu funktionieren. Das wäre DAS Kriterium für mich, um die Karte zu kaufen. Ansonsten finde ich das ziemlich langweilig: bei den SD-Karten habe ich mehrere zum Wechseln – die Eye-Fi-Karten sind mir dafür zu teuer, ich brauche für (umfangreichere) Shotings dann ein WLAN-Gerät für den Endless-Memory-Mode hinten dran.

  • Sonntag 21st August 2011 um 11:14
    Permalink

    Hallo, klappt natürlich in Ballungsgebieten, oder überall in der Nähe von WLAN Netzen äusserst gut. Bist du in der Landschaft unterwegs und fern ab von Netzen, dann gibt es natürlich keine zuverlässige Ortsangabe.
    Endless Memory ist für mich wirklich klassen, gerade bei Peopleshootings habe ich immer das Notebook dabei, da ist sowas schon sehr interessant.
    Man muss aber klar dazu sagen: Noch habe ich mir keine Eye-Fi gekauft, hatte sie lediglich im Test…

  • Sonntag 21st August 2011 um 13:28
    Permalink

    und wenn der Rechner auf dem die SW läuft aus ist geht gar nix, super system. Ich finde es völlig falsch dargestellt, denn die Bilder landen immer erst im Internet und dann auf dem Rechner der die SW installiert hat. Wer es nicht glaubt kann ja mal die Internet verbindung kappen bei seinem wlan und versuchen Bilder von der Karte auf den Rechner zu bekommen.

    • Sonntag 21st August 2011 um 13:32
      Permalink

      Wenn der Rechner aus ist, dann fungiert die Karte solange als normale SD, bis der Rechner an ist.
      Bilder landen beim Direct-Mode nicht im Internet, sondern werden direkt an das konfigurierte System übertragen, sei es ein PC, Notebook oder Smartphone.
      Du musst zwischen den beiden Arten der Übertragung unterscheiden. Normale Nutzung, hierzu braucht man das Internet, das ist klar, sonst können die Daten nicht abgelegt/ans System oder die Dienste gesendet werden und dem erwähnten Direct-Mode, der klappt eindeutig ohne Internetzugriff.

  • Sonntag 21st August 2011 um 15:13
    Permalink

    Wie sind Deine Erfahrungen zur Übertragungsgeschwindigkeit im Direct Mode? Hatte gehört, dass die Übertragungsrate sehr schlecht sein soll, welcher Standard wird unterstützt, welcher Durchsatz ist möglich (bei optimaler Verbindung, also bspw. Notebook wirklich direkt daneben beim Shooten, versteht sich)?

    • Montag 22nd August 2011 um 13:43
      Permalink

      Also wenn es darum geht die Daten über das Internet zu verschiffen, dann sind die Karten wirklich keine Geschwindigkeitskönige, im Direct-Mode ist es besser, auch wenn sie hier sicherlich nicht die vollen 54 Mbit/s schaffen, die theoretisch drinnen wäre. Ich habe es leider nicht gemessen, aber die Geschwindigkeit fühlt sich eher nach etwas im 10-20 Mbit/s Bereich an. Es ist auf alle Fälle ausreichend, wenn auch nicht so schnell wie eine direkte Kabelverbindung, aber dafür bekommt man eine grössere Flexibilität.

Schreibe einen Kommentar