Google I/O: Rückblick auf Tag 1 – Ein Ice Cream Sandwich für Alle

Google veranstaltet gerade die Google I/O Entwicklerkonferenz in San Francisco und kann mit, teilweise schon vorher erwarteten, Neuerungen und Maßnahmen, die lange überfällig erscheinen, einiges an Berichterstattung generieren.

Im Folgenden will ich die Ankündigungen kurz vorstellen und kommentieren. Einige der vorgestellten Dienste und Neuerungen wissen zu begeistern, andere locken lediglich einen verhaltenen Optimismus hervor, denn es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Ice Cream Sandwich und Honeycomb 3.1:

Mit Android Ice Cream Sandwich wird die überfällige Vereinigung der Geräte vollzogen, soll heissen sowohl Tablets als auch Smartphones erhalten wieder eine einheitliche Version. Leider stieß Google mit der Honeycomb genannten Android 3.0 Version in den Markt und veröffentlichte eine rein für Tablets angepasste Variante von Android, die Smartphones blieben auf Gingerbread zurück. Hier musste man offensichtlich schnell eine Version für Tablets zur Verfügung stellen um Apple auf den Fersen zu bleiben. Mit der Rückführung zu einer gemeinsamen Version, die alle Vorteile der neuen UI auch den Smartphones zugänglich macht, werden die Kunden und Entwickler zufrieden gestellt.

Honeycomb wird auf Version 3.1 geupdated und bringt einige Verbesserungen im Task Management, sowie in der Größe anpassbare Widgets mit sich. Der Topseller, was die neuen Funktionen angeht, ist meiner Meinung nach, ist auf alle Fälle die USB-Host Fähigkeit von Android. Somit können USB Geräte angeschlossen und verwendet werden, seien dies Tastaturen, Mäuse, Gamecontroller oder Festplatten, der Kreativität sollten hier keine Grenzen mehr gesetzt sein. Ice Cream Sandwich, als vereinte Version soll in Q4 zur Verfügung stehen, Honeycomb 3.1 wird ab sofort ausgerollt, wann es durch die entsprechenden Hersteller/Provider tatsächlich verfügbar ist, steht auf einem anderen Blatt.

Die 18 monatige Update Garantieabsicht:

Um der Fragmentierung von Android auf den Leib zu rücken, hat sich Google die grössten Hersteller und Provider ins Boot geholt und verhandelt aktuell über eine Update-Garantie, die 18 Monate umfassen und Kunden eine Planungssicherheit verschaffen soll, wenn es um den Gerätekauf geht. Der Plan sieht folgendermaßen aus: Die teilnehmenden Hersteller sollen, sofern die Geräte die Hardwareanforderungen der neuen Androidversionen erfüllen, für alle Geräte, für mindestens 18 Monate Updates zur Verfügung stellen. Dies soll und das ist wichtig, zeitnah geschehen, damit man als Kunde nicht so lange wie bisher auf Updates warten muss und man der Android Fragmentierung entgegenwirkt.

Anzumerken gilt jedoch: Noch ist das keine verpflichtende Zusage, man verhandle im Moment mit den Herstellern, wie dieses Vorhaben umsetzbar ist und welche Voraussetzungen erforderlich sind.

Android Open Accessory API und Android@Home:

Mit der Einführung der Android Open Accessory API stellt Google für Androidversionen, rückwirkend bis 2.3.4, eine Schnittstelle zur Verfügung um externe Geräte per USB mit dem Androidgerät zu verbinden und Anwendungen Zugriff auf die angeschlossenen Geräte zu ermöglichen. Dies soll die Funktionalitäten von Anwendungen erweitern. Demonstriert wurde es auf der Google I/O anhand eines Trainingsrades, welches sich als „Accessory“ am Android Gerät meldete und einer Anwendung Zugriff auf die Daten des Rades ermöglichte, so konnten in der Anwendung die aktuelle Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch und Weitere Werte übermittelt werden, um diese weiterverwertbar zu machen.

Interessant ist die Android@Home Initiative, die Google mit Erscheinen der Android Open Accessory API gestartet hat. Die Open Accessory API soll Android zur Schaltzentrale von Heimautomatisierungslösungen machen. Die Lighting Science Group entwickle im ersten Schritt bereits Glühbirnen, die sich über diese Schnittstelle steuern lassen, somit sollte man in naher Zukunft, zu erschwinglicheren Preisen, als das bisher möglich ist, das Licht im eigenen Haus mittels Smartphone oder Tablet bedienen können, weitere Anwendungsmöglichkeiten sind hier vielfältig. Von der Steuerung des eigenen Soundsystems, hin zur Bediendung von Herd, Spülmaschinen und und und. Nicht WLan fähige Geräte sollen mittels Adaptergeräten für das Androiddevice aufrüstbar sein.

Man darf gespannt sein wann all diese Zukunftsvisionen umsetzbar sind und ob die Hersteller die Schnittstelle annehmen werden.

Sonstiges:

Google würde mich wahrscheinlich dafür abstrafen, aber Google Music, Neuerungen zu Google TV und die Movie Rentals Geschichte sind mir keine ausführlichen Beschreibungen wert, denn die Dienste sind für Kunden aus Deutschland weiterhin nicht relevant, da nur für die USA verfügbar. Zwar kann man Google Music als Anwendung auf Androidgeräte auch so installieren, ohne den Onlineaccount und Speicherplatz, ist es allerdings nur ein durchschnittlicher Android Media Player.

Wann Google TV, inklusive Androidupdate und neuem Market, für Kunden hierzulande verfügbar sein wird, ist weiterhin ein Misterium, beim schleppenden Erfolg, den das System bisher aufzuweisen hat, sicherlich zu verschmerzen.

Auf Google Music, ohne Anschluss an einen Onlinestore, weil sich Google nicht mit Plattenlabels einigen konnte, sowie Movie Rentals, die mit $3,99 (bei aktuellen Filmen), für eine Abspielzeit von 24 Stunden, zu Buche schlagen, kann ich ebenfalls noch ein wenig warten, ohne das ich mich darüber ärgern müsste.

Man darf gespannt sein was Tag 2 der Google I/O bringen wird, heute Abend geht es weiter, Neuigkeiten zu Chrome OS werden erwartet, aber als Interessent aus Deutschland muss man auch hier aussen vor bleiben, denn Google schafft es nicht den Livestream für Nutzer hinter IP-Adressen der hiesigen Provider freizugeben. Alternativ berichten glücklicherweise einige Seiten live und binden den Stream ein…

Ben Peter

Blogger, Hobbyfotograf, Early Adopter, Technikmessi, beruflich als IT-Security Consultant unterwegs, sowie seit vielen Jahren Linux Nutzer.

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