Testbericht: Nokia Lumia 800 – Willkommen in der WP7 Welt [Teil 1/3]

Nokia versucht es nochmal und möchte ein Stück vom Smartphone Kuchen abbekommen, als Partner hat man sich hierzu Microsoft, bzw. Windows Phone 7 als Betriebs- und Ökosystem, ausgesucht.

Nokia Lumia 800 (Produktfoto Amazon)
Nokia Lumia 800 (Produktfoto Amazon)

Wir berichten viel über Smartphones und mobile Endgeräte aus der Android Welt, Zeit mal wieder einen Blick über den Tellerrand, in die „feindlichen“ Lager, zu werfen. Das letzte Zusammentreffen mit WP7, in Form des HTC 7 Pro, liegt schon ein paar Tage zurück, von daher bietet sich das Nokia Lumia 800, ausgestattet mit Windows Phone 7 Mango, also Version 7.5, geradezu an.

Ich finde man sollte viel häufiger einen Vergleich zwischen den Unterschiedlichen Betriebssystemen ziehen, denn jedes dieser Systeme hat einen Zielgruppe, die sie durchaus zu bedienen und begeistern wissen. Mit WP7 versucht Microsoft einen Apple-ähnlichen Weg einzuschlagen, sprich klare Rahmenbedingungen zu schaffen und mit Hardwarevoraussetzungen das System so kompatibel wie möglich zu halten. Soll heissen: Prozessoren, Display Auflösungen, Tastenbelegungen usw. sind vorgegeben, auch im Marketplace sieht es ähnlich aus, als Programmierer fühlt man sich Apples „Prüfungskommision“ sehr nahe.

Nun betritt Nokia die WP7-Bühne, ob man sich mit dem Lumia 800 vom Rest der WP7 Geräte absetzen kann und einen klaren, vorteilhaften Unterschied bietet, das werden wir im Laufe des Testes erfahren.

Technische Daten:

  • Display: 3,7 Zoll kapazitiv, AMOLED, Corning Gorilla Glass, gewölbt
  • Auflösung: 480×800 Pixel (WVGA)
  • Abmessungen: 61mm x 116mm x 12mm
  • Gewicht: 142g
  • Kamera: 8MP, Carl Zeiss
  • CPU: Qualcomm MSM8255, 1,4GHz Single Core
  • 512MB RAM, 16GB interner Speicher (nicht erweiterbar)
  • Quadband, HSDPA bis 14,4 MBit/s

Lieferumfang:

Die Eckdaten sind bekannt, überraschen wenig, aber sind durchaus solide. Eine Frontkamera fehlt leider, Microsoft lockerte bereits im Zuge des Startes der Partnerschaft die Hardwarevoraussetzung, so dass Frontkamera keine Pflicht mehr ist.
Öffnet man die Lieferverpackung, stösst man, wie bei Smartphones üblich, direkt auf das Gerät, darunter befinden sich Anleitungen, erneut eine Ebene tiefer die mitgelieferte Silikonhülle und ganz unten ein USB-Kabel, ein USB-Stromadapter und das Stereo Headset.
Nokia Lumia 800 Frontansicht (Produktfoto Amazon)
Nokia Lumia 800 Frontansicht (Produktfoto Amazon)
Hardware und erster Eindruck:

Mit dem ersten Kontakt fällt die sehr hohe Produktqualität des Lumias auf, das komplette Gehäuse wurde aus einem Strück gefräst, das Display wölbt sich leicht nach aussen und passt sich nahtlos in das Gehäuse ein. Das komplette Gehäuse ist durchfärbt, soll heissen ein Kratzer hinterlässt keine weissen Spuren, auch wenn er trotzdem weiterhin als ärgerlich anzusehen ist, springt ein solcher Makel nicht mehr direkt ins Auge. Das AMOLED Display sorgt für kontrastreiche Farben, viel schwarz im WP7 Theme sorgt für einen geringeren Akkuverbrauch. Die Anbringung der An/Aus Taste, unterhalb der Lautstärkewippe ist gewöhnungsbedürftig und führt zu vermehrten „Fehlgriffen“ beim Entsperren des Displays, aber das ist sicher nur Gewöhnungssache. Die Displayunterseite zieren die drei Touchtasten: Zurück, Windows/Home und Suche, sie sind beleuchtet und dann Aufdruck auch ohne Displaybeleuchtung klar zu erkennen. Eine dedizierte Kamerataste fehlt ebenfalls nicht. Der Lautsprecher ist auf der Geräteunterseite angebracht, in meinen Augen nicht die beste Wahl, gerade bei Spielen, die man klassischer Weise im Querformat spielt, verdeckt die eigene Hand den ansonsten gut klingenden Krachmacher. Auf der Gehäuseoberseite befindet sich der 3,5mm Klinkenanschluss für das Headset. Direkt dabeben, verdeckt von einer kleinen Klappe, ist der Micro-USB Anschluss untergebracht. Die SIM-Karte wird im Micro-SIM Format in einen Slot direkt daneben verfrachtet. Warum Micro-SIM…keine Ahnung, ich behaupte man hätte eine Standard Mini-SIM unterbringen können, was man allerdings nicht getan hat. Auf der Rückseite befindet sich die relativ mittig verbaute 8MP Kamere mit Dual-LED Blitz. Anschlüsse für HDMI oder ein SD-Karten Slot fehlen gänzlich, auch lässt sich der verbaute Akku nicht wechseln.

Optisch sticht das Nokia Lumia 800 aus den verfügbaren WP7 Smartphones positiv heraus, mir gefallen die klaren und etwas ungewöhnlichen Formen. Im Inneren werkeln allerdings Standardkomponenten, wie man sie in verschiedenen anderen WP7 Geräten findet, ob sich das Lumia 800 von der Konkurrenz differenzieren kann und seinen vergleichsweise hohen Preis (479€ laut Amazon.de) zu rechtfertigen weiss, sollen die kommenden Artikel näher beleuchten.

Der erste Eindruck ist durchaus positiv, bezieht sich bisher aber lediglich auf das „Anfassgefühl“. Welche Fortschritte WP7 mit dem Mango Update gemacht hat und wo die Stärken und Schwächen des Nokia Gerätes liegen, wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen.

Habt ihr Fragen zum Nokia Lumia 800, oder Testwünsche, dann hinterlasst einen Kommentar!

10 Gedanken zu „Testbericht: Nokia Lumia 800 – Willkommen in der WP7 Welt [Teil 1/3]

  • Donnerstag 24th November 2011 um 16:47
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    Jo aber wie siehts mit dem Touch aus? Keine Infos?! Ist er so gut wie bei Apple? Oder ein Reinfall wie die meisten Bei Samsung?

      • Donnerstag 15th Dezember 2011 um 22:08
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        Ich denke es geht um den touchscreen in Verbindung mit der reaktionszeit der UI. Hier braucht sich wp7 nicht vor ios zu verstecken. Windows Phones reagieren genauso schnell auf Input wie Iphones. Android kann da nicht ganz mithalten, vorallem wenn es um den homescreen geht.

  • Donnerstag 24th November 2011 um 17:28
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    Wer weiss, ob’s ein Erfolg wird… aber *ich* finde, es ist das schickste Phone derzeit. Absolut trendy. Besonders wenn != schwarz. Wenn ich mir nicht dummerweise zwanghaft ein Nexus kaufen müsste, wäre das Lumia mein Favorit (ohne WP7 mal getestet zu haben, was noch ein KO-Kriterium sein *könnte*)

    • Donnerstag 24th November 2011 um 20:34
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      Ist schon ein sehr schönes Gerät, rein von der Hardware her. An Android kommt es für mich aber aus verschiedensten Gründen nicht ran, aber dazu werde ich in den beiden kommenden Artikel noch einiges an Worten verlieren 😉

  • Freitag 25th November 2011 um 9:45
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    @nodch Hast du das HTC 7 Pro noch da? Ich habe mich total auf das Lumia gefreut war dann aber relativ schnell enttäuscht. Das Gehäuse ist wirklich mit als Highlight anzusehen, jedoch bin ich vom Display nicht so sehr überzeugt. Die Farbbrillanz ist super, aber man erkennt „dots“, in den Einstellungen wirkt besonders die kleinere Schrift sehr stark ausgefranst, dies merkt man unter anderem auch bei den Kacheln.
    Zudem ist kein Mehrwert vom Lumia gegenüber den WP7’s die vor einem Jahr erschienen sind. Front-Kamera und ein >1600mAh Akku wäre da schon Pflicht gewesen.

    Viele Grüße
    Patrick

    • Montag 28th November 2011 um 10:31
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      Das HTC 7 Pro habe ich nicht mehr da. Du hast aber Recht…der Mehrwert eines Lumias ist schon eher gering und ob die mitgelieferte Nokia Software hier punkten kann, will ich heute noch nicht bewerten, mal schauen wie es nach ein paar weiteren Tagen aussieht, dann ziehe ich ein Fazit.

  • Donnerstag 15th Dezember 2011 um 17:20
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    Die Auflösung ist tatsächlich das grösste Manko. Wie kann man heutzutage noch mit einem 3.7 inch wvga Display MIT pentile kommen?

    Das zerstört das Gesamtbild des Lumia beträchtlich.

    BTW: auch beim Galaxy Nexus und beim Galaxy Note sind die pentile Effekte zu erkennen. Ein perfektes Bild haben die sicher nicht. Hier bleibt das iPhone 4 Spitzenreiter.

    • Donnerstag 15th Dezember 2011 um 21:03
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      Also ganz ehrlich, beim Note erkenne ich das nicht mehr, nur noch mit ner Kamera, aber nicht in der normalen Benutzung. Beim Nexus minimal, irgendwie habe ich das Gefühl als wäre das Display da nicht ganz so ideal.

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